Verbesserung der Nachsorge/Selbsthilfe von Glücksspielsüchtigen

Seit dem 01.01.2017 erhält der Fachverband Glücksspielsucht e.V. (FAGS) eine Zuwendung der Deutschen Rentenversicherung (DRV Bund) zur Einrichtung einer Suchtreferentenstelle (50 %), die zunächst für zwei Jahre bewilligt wurde.

Damit wird erstmals eine Stelle von der DRV gefördert, die für den Bereich Glücksspielsuchtselbsthilfe zuständig ist. Die Stelle gehört zu den 29 Suchtreferentinnen und Suchtreferenten der Verbände der Suchtkrankenhilfe, die durch die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) koordiniert und betreut werden.
http://www.dhs.de/arbeitsfelder/selbsthilfe/suchtreferenteninnen-der-selbsthilfe.html

Zum Aufgabenfeld gehören die Begleitung, Unterstützung, Erweiterung, Vernetzung und Koordinierung der Glücksspielerselbsthilfe. Derzeit gibt es bundesweit 211 registrierte Gruppen und eine wachsende Anzahl von Selbsthilfe-Online-Foren und Facebook-Gruppen von Glücksspielsüchtigen.

Hier eine Auswahl der geplanten Aktivitäten:

Bildung:

  • Entwicklung eines Konzeptes zur Schulung von Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern und Durchführung dieser Schulungen
  • Unterstützung und Begleitung von jährlichen Gruppenleitertreffen

Beratung:

  • Unterstützung bei der Neugründung von Gruppen
  • Unterstützung der Gruppenleitung bei schwierigen Gruppensituationen

Vernetzung / Koordinierung:

  • Mitarbeit in Gremien und Fachausschüssen, um Selbsthilfeinteressen zu vertreten
  • Anregung und Unterstützung von regionalen Vernetzungstreffen

Infrastrukturelle Hilfen:

  • Laufende Aktualisierung und Ergänzung der vorhandenen Adressdatenbank ( www.gluecksspielsucht.de) der bundesweit tätigen Selbsthilfegruppen.
  • Weitergabe von Informationen über Mittelbeschaffung

Übernahme von bundes- und landesweiten Koordinierungsaufgaben:

  • Mitarbeit in Gremien der DHS
  • Vernetzung mit den Landeskoordinierungen bzw. Landesfachstellen Glücksspielsucht, um dort Selbsthilfeinteressen zu vertreten
  • Vernetzung mit den regionalen Arbeitskreisen Glücksspielsucht (Nord, OWL, Rheinland, Süd, Ost).

Zum 01.01.2017 hat Hartmut Görgen diese Aufgabe übernommen:

„Ich bin Dipl.-Sozialarbeiter mit einer Zusatzausbildung zum Suchttherapeuten (DRV) und komme aus dem Saarland. In meiner jetzt 40jährigen Berufslaufbahn habe ich im Suchtbereich mit der Arbeit als Bezugstherapeut in einer ambulanten Tagesklinik für Drogenabhängige begonnen. Als Bezugstherapeut und Leiter einer Suchtberatungsstelle habe ich mit Alkohol- und Medikamentenabhängigen gearbeitet, mich aber bald auf die Beratung und ambulante Behandlung von pathologischen Glücksspielern konzentrieren können. Hier habe ich von der Motivationsarbeit bis zur ambulanten Rehabilitation viele praktische Erfahrungen in der ambulanten Begleitung von Glücksspielsüchtigen und ihren Angehörigen machen können. 2008 kam der Aufbau der Landesfachstelle Glücksspielsucht des Saarlandes und damit die Arbeit in der Prävention und der Kooperation mit den entsprechenden Stellen der anderen Bundesländer hinzu.

In meiner neuen Tätigkeit geht es um die „fachliche Begleitung der Mitglieder der Suchtselbsthilfe und die Unterstützung für einen konstruktiven Austausch von Selbsthilfegruppen und -organisationen“ (DHS).

Ich freue mich sehr, mit Betroffenen, sowie Kollegen und Kolleginnen der professionellen Suchthilfe zusammen zu arbeiten, um Glücksspieler/innen in einem glücksspielfreien Leben unterstützen zu können. Ebenso geht es darum, den Interessen von glücksspielsüchtigen Menschen zur Geltung zur verhelfen. So kann es uns hoffentlich zusammen gelingen, mehr Betroffene für die Selbsthilfe zu „gewinnen“, sowie Gruppen in ihrer Arbeit zu unterstützen, soweit dafür Bedarf besteht.

Kontakt:
Hartmut Görgen
Meindersstraße 1a
30615 Bielefeld

Tel.: 0151 2281 4905
mail: selbsthilfe@gluecksspielsucht.de