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Deutsches Zocker-Geld soll nicht nach Tschechien fließen
Medium:Mittelbayerische Zeitung
Datum: 16.12.1999
Spielbank Kötzting soll den Run auf die grenznahen Spielcasinos im Nachbarland bremsen / Einweihung im Februar 2000

Von unserem Redakteur Alois Dachs

KÖTZTING. "Die Baufachleute haben uns alle gewarnt, dass wird den Termin Silvester 1999 nicht halten könnten, aber wir wollten es wenigstens versuchen", sagt Kötztings Bürgermeister Wolfgang Ludwig. Der "Traumtermin" Silvester war für die Eröffnung der Spielbank vorgesehen, die wegen Verzögerungen in der Bauphase nun auf 25.Februar 2000 verschoben werden musste.

Landrat Theo Zellner machte kürzlich bei einer Besichtigung der Baustelle durch Kreisräte der größten Fraktion deutlich, dass die Spielbank Kötzting einerseits wirtschaftlich sicher sei, weil die Staatliche Lotterieverwaltung als Betreiber die Garantie für absolute Zuverlässigkeit biete, andererseits langfristig für die Kommune eine erkleckliche Einnahmequelle darstelle. Nicht umsonst hätten sich über 40 Orte um dieses einzige Spielcasino der Oberpfalz beworben, meinte Zellner.

Auch Bürgermeister Wolfgang Ludwig sieht gute Chancen für eine baldige Amortisation des luxuriösen Bauwerkes. Die Stadt bekommt neben einer stattlichen Monatsmiete in den ersten fünf Jahren zehn, danach 15 Prozent der Bruttoeinnahmen und der Bürgermeister meint, "es müsste schon mit dem Teufel zugehen", wenn daraus kein Vorteil für Kötzting entstünde. Riskieren kann die Stadt im Prinzip nichts, denn die 27 Millionen Mark für den Spielbank-Bau wurden auf dem Kapitalmarkt aufgenommen und sollen aus den Einnahmen langfristig zurückgezahlt werden.

Hoffnung macht dem Kötztinger Stadtoberhaupt dabei auch der gelungene Start in Bad Füssing, wo der Rohertrag der Spielbank in den ersten Monaten weit über dem von der Staatlichen Lotterieverwaltung errechneten Soll liegt.

Der Grund, warum die Spielbank hier angesiedelt wurde, nachdem über 40 Bewerber das Projekt wollten, hänge mit der Abwanderung vieler Spieler ins tschechische Grenzgebiet zusammen, erklärte Landrat Theo Zellner. Die dortigen Casinos betreiben nach Aussage Zellners massiv Werbung. Deshalb müsse etwas getan werden, um dieser Wert-, bzw. Kaufkraftabschöpfung durch solche Einrichtungen im Ausland gegenzusteuern.

"Das wird nicht einfach werden", ist Zellner überzeugt, "aber ich bin mir sicher, dass sich Qualität auch auf diesem Sektor durchsetzen wird."

Im sogenannten "Großen Spiel" werden in Kötzting mehrere Roulette- und zwei Black-Jack-Tische installiert, während in das "Kleine Spiel" rund 50 Spielautomaten kommen. Die Frischluft für die Spielsäle - in denen ständig eine Temperatur von 20 bis 22 Grad gehalten werden muss - wird in Kötzting durch den Teppichboden geblasen, die Entlüftung erfolgt über die Decke.

Beide Spielsäle sind mit einem sonnengesteuerten Lichtschutz ausgestattet. Die großen Vertikaljalousien passen ihre Einstellung dem Stand der Sonne an, damit im Spielbereich keine Blendung durch die großen Glasfronten entstehen kann.

Gigantische Frisch- und Abluftmaschinen im Keller, die Heizungsanlage und Tausende von Kabeln, die zur Vernetzung der elektronischen Spielgeräte zusammengeschlossen werden müssen, beeindrucken derzeit Besucher der Baustelle. Zur Eröffnung der Spielbank am 25. Februar sollen beheizte Zelte für rund 600 Personen aufgebaut werden, die als Gäste erwartet werden, wenn erst die Kugel rollt im Casino Kötzting.


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