beu HAMBURG. Knapp drei Monate ist die auf Online-Dienstleistungen und
Glücksspiele konzentrierte Fluxx.Com AG, Kiel, am Neuen Markt notiert, da
verschärft sich für ihre Glücksspieltochter Jaxx.de der Wettbewerb. In Hamburg
präsentierte die neu gegründete Jamany GmbH unter dem Namen Lotto24.de de
nach eigenen Angaben ersten Annahmeservice für Samstags- undMittwochs-Lotto
sowie die neue Sportwette Oddset im Internet zu den offiziellen Preisen des
Deutschen Lotto- und Totoblocks. Start ist der 29. Dezember. Als Unterscheidungsmerkmal zu Jaxx.de nennt Jens Schumann, geschäftsführender
Gesellschafter von Jamany, dass bei Lotto24.de keinerlei Zusatzgebühren erhoben
werden. Schumann hält die Wahrscheinlichkeit für gering, dass Jaxx als
Gegenmaßnahme auf die Erhebung dieser Gebühren verzichtet. Sie machten bei Jaxx
rund 70 % der prospektierten Erlöse aus.
Innerhalb von 18 Monaten soll Lotto24 die Gewinnschwelle erreichen,kündigt der
Partner der privaten, bankenunabhängigen Early Bird Venture Capital, Christian
Nagel, an. Early Bird hat sich mit knapp 10Mill. DM zur finanziellen Förderung
von Lotto24 an der Jamany GmbH beteiligt. Über den Zeitpunkt des Gangs an den
Neuen Markt vonJamany will Nagel derzeit nicht spekulieren. Angedacht sei der
Börsengang, Priorität habe jedoch der Aufbau eines rentablen Unternehmens.
Schon im Lauf des Jahres 2000 erwartet Jamany 70 000 registrierte Kunden.
Mittel- und langfristig wird mit mehreren 100 000 regelmäßigen Mitspielern
gerechnet. Schumann und sein Partner Marc Peters: "Von 10 Millionen Deutschen,
die im Internet online sind, spielt jeder fünfte zumindest gelegentlich Lotto.
Das heißt, dass schon jetzt ein enormesPotenzial für Online-Lotto besteht."
Dabei peilen die beiden Unternehmensgründer besonders die jüngeren Altersgruppen
zwischen20 und 29 Jahren an, die bisher selten Lotto-Annahmestellen aufsuchen.
Da die, in gleicher Höhe wie bei den Lotto-Annahmestellen, erhobenen
Bearbeitungsgebühren an den Lotto-Block weitergereicht werden, der Lotto-Block
Jamany aber keine Provision zahlt, muss sich das Unternehmen aus anderen Quellen
finanzieren. Hierzu gehören Werbung, Partnerschaften und Zinseinkünfte, die in
der Zeit zwischendem Erheben der Geldbeträge und der Überweisung an den
Lotto-Block erwirtschaftetet werden sollen. Vor allem setzt die Firma aber auf
"Cross-selling-Potenziale". Den über ihre Gewinnkontenbekannten Teilnehmern
sollen danach Produkte und Dienstleistungen angeboten werden, "die zu ihnen
passen", so Schumann.