In den Kampf um Spielbank-Konzessionen
haben sich auch Rheinfelden und Basel
eingeschaltet: Das Casino Romanix will in
Rheinfelden den Betrieb weiterführen, in
Basel bemühen sich die Messe Basel und
die Swiss Casinos um Bewilligungen. Im
Baselbiet muss zuerst das Gesetz geändert
werden - und auch im Elsass sollen nun
Spielsäle entstehen.Basel/Rheinfelden/Blotzheim. Im Kanton
Basel-Stadt sind mit der Verabschiedung des
abgeänderten Gesetzes über Spielautomaten
und Spielsalons im Dezember 1996 bereits vor
der Einführung des Spielbankengesetzes durch
die eidgenössischen Räte die entscheidenden
Weichen gestellt worden. Basel hatte in den
achtziger Jahren mit dem Baselbiet
gleichgezogen und alle Spielautomaten
verboten. Das Verbot wurde mit der Revision
nicht durchlöchert, Spielautomaten dürfen
lediglich in Casinos aufgestellt werden, wo sie
allerdings die grosse Attraktion des Publikums
sind.
Seit der neue Verfassungsartikel über die
Spielbanken von Volk und Ständen
verabschiedet worden ist, regen sich in Basel
verschiedene Interessenten, welche sich mit
dem Glücksspiel schnellen Verdienst erhoffen.
Die Politik der Regierung lief aber bisher darauf
hinaus, ein Casino lediglich durch die Messe
Basel (im Sinne einer Attraktionssteigerung für
das auswärtige Messepublikum) betreiben zu
lassen, die das Geschäft als potenzieller
Standortkonzessionär in der Folge von
verschiedenen Anbietern (möglichen
Betriebskonzessionären) rechnen liess. Im
Frühjahr 1999 wurde man mit der Firma Swiss
Casinos (früher Tivolino AG) handelseinig,
welche u.a. die bestehenden Etablissements in
Bern, Locarno und Rheinfelden betreibt.
Gemäss Peter Holenstein von der
Geschäftsleitung der Messe Basel ist die
Zusammenarbeit zwischen beiden Partnern
mittlerweile weiter vorangetrieben worden,
indessen wartet man auf die Konzession sowie
auf den Wortlaut der Verordnungen. Man strebt
nach wie vor eine A-Konzession für ein
"grosses Casino" an, wird aber nach Erlass der
Verordnungen auch die Rentabilität überprüfen,
bevor ein definitiver Entschluss fällt.
Wie das "Basler Casino" dereinst aussehen
wird, steht noch nicht fest, allerdings weiss
man bei der Messe Basel schon jetzt, dass
Räumlichkeiten im jetzigen Kongresszentrum
umgenutzt werden. Die langfristigen Verträge
mit Veranstaltern sind bereits entsprechend
angepasst worden.
Rheinfelden mit B-Bewilligung
In Rheinfelden gehen die Betreiber des schon
existierenden Casino Romanix davon aus, dass
sie eine Bewilligung zum Weitermachen
erhalten werden, und zwar eine der B-Kategorie.
Wie Geschäftsführer Peter Ulmann gegenüber
der BaZ festhält, kann er mit der andernorts
kritisierten Limitierung auf 150
Geldspielautomaten pro Etablissement leben,
weil in Rheinfelden aufgrund der Vorschriften im
Kanton Aargau seit jeher nur 100 Automaten
standen. Probleme könnte es künftig doch
geben: Gemäss Vernehmlassungsentwurf
werden den "kleinen" Casinos nebst
Automaten zusätzliche Spielarten
vorgeschrieben. "Und zwar nicht unbedingt die
attraktivsten", wie Ulmann feststellt. Anstelle
des populären Black Jack soll z.B. das eher
anspruchsvolle Baccarat angeboten werden;
hinzu soll das französische Roulette (37 Felder,
ein Zero) kommen, das vom Personal her eher
noch aufwändiger ist als das in Rheinfelden bis
anhin vorschriftsgemäss aufgestellte und wenig
beanspruchte Boule.
Pläne auch im nahen Elsass
Mit der Aussicht auf grosse Casinos in der
Schweiz kommen auch elsässische Pläne auf.
Das einzige französische Casino in der weiteren
Region befindet sich in Gérardmer in den
Vogesen (30 km westlich von Colmar). In
Ribeauvillé und in Trois-Epis (bei Colmar)
werden Pläne gewälzt, neuerdings auch in
Blotzheim. Dort hat der pfiffige Maire Bernard
Simon unlängst herausgefunden, dass Casinos
in Frankreich in "heilklimatischen Orten"
erstellt werden dürfen, weshalb ein grösseres
Gebiet ist unlängst entsprechend eingezont
wurde. Um die Konzession bemüht sich ein
Zweckverband mit Blotzheim, St-Louis und
Mulhouse. Die Gemeinden hoffen, die
Einnahmen schon bald für touristische oder
kulturelle Institutionen zu verwenden.
Projekte auch im Baselbiet
Auch im Kanton Baselland gibt es
Interessenten für einen Casino-Spielbetrieb.
Weil der Bundesrat mit der Erteilung von
B-Konzessionen recht grosszügig sein dürfte,
liebäugeln verschiedene Institutionen (u.a. der
Verkehrsverein) mit neuen Einnahmequellen.
Das Problem besteht darin, dass aufgrund
eines Gesetzes aus dem Jahre 1974 (Gesetz
über Spielautomaten und Spiellokale) ein
Totalverbot für Geldspiele besteht. Eine
Revision (im Sinn und Geist des Basler
Gesetzes) steht an, ist allerdings erst in der
Vernehmlassung.
Urs Hobi/Peter Schenk