Von Stefan Freiwald Münster - Mit 13 Jahren packte den am Dienstag 43-jährigen
Altenberger die
Spielleidenschaft, die ihm schließlich zum Verhängnis wurde. Zu drei
Jahren und
neun Monaten verurteilte ihn am Montag die zwölfte Große Strafkammer
wegen
der Banküberfälle auf die Sparkassenfilialen in Nienberge und
Gremmendorf im
Februar und April dieses Jahres.
Wie berichtet, zeigte sich der Angeklagte von Beginn an geständig.
Er habe die
Überfälle begangen, um seine Spielschulden von rund 140 000 Mark
begleichen
zu können.
Mit einer Spielzeugpistole und der Attrappe eines Molotowcocktails
in der Hand
betrat der Altenberger Bauingenieur die Sparkasse Nienberge,
bedrohte den
Kassierer und zwang ihn zur Herausgabe von über 28 000 Mark, so die
Kammer
in der Urteilsbegründung. Da das erbeutete Geld jedoch bald
aufgebraucht
gewesen sei, habe er sich im April zum nächsten Raub, diesmal in
Gremmendorf, entschlossen. In ähnlicher Manier wie in Nienberge habe
er die
Bank betreten. Weil der Kassierer jedoch kein Geld herausgab,
flüchtete der
Täter. "Er wusste weder ein noch aus", erklärte der Vorsitzende
Richter. Da er
sich seiner Familie nicht anvertrauen wollte, ihm weder die Banken
noch
Kollegen oder Freunde mehr Geld liehen, sei ihm die Idee zum
Banküberfall
gekommen.
Zu Gunsten des Angeklagten wertete das Gericht das umfassende
Geständnis,
das von Reue geprägt sei. Außerdem habe er bereits sämtliche
Schulden
einschließlich der Beute aus dem Raub zurückgezahlt."Mein Mandant
wird auf
jeden Fall eine Therapie gegen seine Spielsucht antreten", betonte
die
Verteidigerin zuvor in ihrem Plädoyer. Sie hatte eine
Bewährungsstrafe von 16
Monaten gefordert, um dem dreifachen Familienvater "noch eine Chance
zu
geben". "Ich entschuldige mich bei allen, denen ich geschadet habe",
zeigte
sich der Altenberger reumütig.