«Lieber arm und gesund als reich und krank» - nach diesem Motto
leben rund 88 Prozent der Bundesbürger, wie eine am Sonntag veröffentlichte
Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Emnid im Auftrag des Magazins
«Spiegel-Spezial» ergab. Allerdings ist der Glaube an das große
Geld im Osten offenbar weiter verbreitet als im Westen: In den
alten Ländern glauben rund 33 Prozent daran, daß Geld glücklich
mache, im Osten dagegen 46 Prozent.
Besonders skeptisch ist die junge Generation: Nur 23 Prozent der
25- bis 29jährigen sehen einen direkten Zusammenhang zwischen
einem dicken Bankkonto und ihrem Glück. Auch die Besserverdienenden
mit einem Nettoeinkommen von mehr als 5.000 Mark monatlich bezweifeln,
daß Geld automatisch glücklich macht. Nur 22 Prozent bekennen
sich als Anhänger des schnöden Mammons.
Daß Geld den Charakter verdirbt, glauben 67 Prozent aller Frauen.
Bei den Männern sind dagegen nur 56 Prozent davon überzeugt. Bei
den legalen Glücksspielen hat das Lotto-Spiel die Nase vorn: Rund
ein Drittel (32 Prozent) der 1.003 Befragten gab an, daß sie regelmäßig
ihr Glück mit den sechs Richtigen versuchten. Dagegen machen nur
16 Prozent häufig bei Preisausschreiben mit, acht Prozent spekulieren
an der Börse.