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Loge bleibt besetzt
Medium:Neue Westfälische
Datum: 12.08.1999
Bad Oeynhausen. Wenn das Glücksspiel verschwunden sein wird, bleibt die West-Spiel-Gesellschaft noch aufmerksame Bewacherin des Kurhauses. Zumindest bis Ende Juni nächsten Jahres, wenn der Pachtvertrag mit der anderen Landes-Tochter, dem Staatsbad, abläuft. Sollte die Kurverwaltung vor diesem Termin neue Vorstellungen über die künftige Nutzung des Ostflügels im Kurhaus umsetzen wollen, kann der Vertrag auch früher auslaufen.

Auf jeden Fall aber werden vier Mitarbeiter des Spielcasinos zu den normalen Betriebszeiten, auch in Nachtstunden, auf das Kurhaus aufpassen. In der Pförtner-Loge, die an der Südseite des Kurhauses in einem verglasten Anbau untergebracht ist, laufen sämtliche Alarmanlagen zusammen, mit denen das Kurhaus in allen Bereichen ausgestattet ist.

Die Geschäftsführung der Westdeutschen Spielbanken-Gesellschaft (Münster) verweist auf die vertragliche Seite des Mietverhältnisses. Lutz Wieding: "Wir sind als Mieter verpflichtet, unsere Räume nicht leer stehen zu lassen." Direktor Karl-Josef Müller, als Chef des Spielcasinos auch verantwortlich für den reibungslosen Umzug in das Entertainment-Center an der Mindener Straße: "Es ist alles bis in die letzten Details vorbereitet. Und dazu gehört auch, daß wir die Besetzung der Pförtner-Loge gewährleisten, auch wenn der Spielbetrieb nicht mehr im Kurhaus läuft."

Die Tage im Kurhaus sind gezählt. Am Sonntag, 15. August, rollen die Kugeln aus, werden die letzten Gewinne ausgezahlt und Einsätze eingestrichen, dann rotieren im Automaten-Saal zum letzten Mal die Zahlen-Walzen. Am folgenden Montag und Dienstag läuft der Umzug. Karl-Josef Müller: "Was nicht mitkommen soll, wird zunächst einmal eingelagert." Übersehen worden ist nichts. Vor allem nicht die Kunst, die nicht unbedingt im Spielbank-Bereich hängt, sondern auch auf dem Wandelgang zum Westflügel. Zwei großflächige Kunstwerke von Uecker und vier Seerosen-Motive sollen im neuen Domizil aufgehängt werden.

Während vor einem Jahr noch wenige so recht an den Umzug glauben wollten, haben sich die meisten inzwischen daran gewöhnt, daß das "Rien ne va plus" demnächst an der Mindener Straße und nicht im Kurpark ertönt. Doch statt nichts, soll dort alles gehen. Lutz Wieding: "Mit dem Umzug ins entertainment-Center im Werre-Park wird der Standort noch attraktiver für jüngere Zielgruppen, die die ungezwungene Atmosphäre eines Kino-Besuches mit einem Abendessen im amerikanischen Stil verbinden und den Abend mit einer Visite im Glücksspiel ausklingen lassen wollen."

Täglich 400

Besucher mehr

Den Optimismus teilt Direktor Müller, der statt bisher 126 künftig 150 Mitarbeiter im Casino haben wird: "Wir rechnen mit täglich 400 Besuchern mehr, jeweils 200 an den traditionellen Werktagen (bisher 550) und an den beiden Wochenend-Tagen (bisher 1 000). Wir werden nächstes Jahr schwarze Zahlen bilanzieren."

Der Umzug hat viele Millionen Mark gekostet, allein 1,6 davon für den Einbau einer hochmodernen Video-Überwachungsanlage. Vollelektronisch läuft auch die Klima-Anlage. Müller: "Unsere Gäste werden angenehm überrascht sein."

Wie es im Kurhaus weitergeht, bleibt abzuwarten. Vielleicht werden die Gäste auch hier angenehm überrascht.

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