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Spielbank zieht in die City
Medium:Neue Presse
Datum: 28.07.1999
"Wir ziehen um: Die Kugel rollt vom Maschsee in die Osterstraße", wirbt die Spielbank Hannover für ihren neuen Standort mitten in der Innenstadt. Am 1.September wird Kugelstoß-Olympionike Michael Mertens die erste Kugel in den Kessel werfen.

Auch das kleine Spiel (Kurt-Schumacher-Straße) mit Automaten und kleinen 24er-Roulettes zieht zum 1.September in das Büro- und Geschäftshaus an der Oster/Ecke Baringstraße.

Einzelheiten über das neue Domizil im Neubau der Immobilienfirmen Omnia GmbH (München) und Instag (Köln) verriet Spielbank-Sprecher Hayo Göhmann vor Pressevertretern im US-Zocker-Paradies Las Vegas. "Wir wollten zeigen, wie anders es in amerikanischen Kasinos zugeht", begründete Göhmann den Info-Trip in die Wüste von Nevada.

Unterschiede von der Kleiderordnung (der Amerikaner spielt, wenn er mag, auch in Shorts und T-Shirt) bis zum legeren Umgangston. Göhmann: "In Las Vegas plaudert man ganz ungezwungen mit den Croupiers. Bei uns ist das streng verpönt, denn das könnte nach einem Tip aussehen."

In Hannover herrschen auch im neuen Haus (das nach dem prominenten Mieter Spielbank-Arkaden heißt) die alten strengen Sitten: Nur im kleinen Spiel (Erdgeschoß) mit seinen 162 Automaten darf in Freizeitkleidung gezockt werden. Oben, an den 36er-Roulette-, Black-Jack- und Pokertischen, herrscht traditioneller Krawattenzwang. Und das Verbot, mit dem Spielmacher zu sprechen.

Zwanzig Jahre nach dem Start des damals privaten Unternehmens und zwölf Jahre nach dem Lizenzentzug wegen der Finanzpoker von Ex-Aufsichtsratschef Marian Felsenstein will das Unternehmen in der City neue Freunde gewinnen.

Über die Höhe der Miete wird dabei nicht gesprochen: Geschäftsgeheimnis. Investiert werden, soviel durfte Göhmann verraten, drei Millionen Mark für Technik und Inneneinrichtung. Im Saal der einarmigen Banditen herrschen kräftige, Farben (Rot, Blau und Gelb) vor.

Eleganz bestimmt das große Spiel: nachtblau marmorierte Teppichböden, purpurviolett bespannte Roulettetische (Stoffe aus Mikrofasern statt Filz) und mintgrüne Wandanstriche.

Die landeseigene Spielbank-GmbH betreibt alle Kasinos in Niedersachsen: außer in Hannover noch die in Bad Pyrmont, Herzberg, Hittfeld, Bentheim, Zwischenahn, Borkum und Norderney. Anfang 2000 kommt ein Automatenspiel in Wolfsburg dazu, Ende des Jahres ein Kasino in Osnabrück. Am 1. April ersetzt in Bad Harzburg ein neues Haus zwei alte Spielstätten.

mk, HANNOVER/ LAS VEGAS


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