"Wir ziehen um: Die Kugel rollt vom Maschsee in die Osterstraße",
wirbt die Spielbank Hannover für ihren neuen Standort mitten in
der Innenstadt. Am 1.September wird Kugelstoß-Olympionike Michael Mertens die erste
Kugel in den Kessel werfen.
Auch das kleine Spiel (Kurt-Schumacher-Straße) mit Automaten und
kleinen 24er-Roulettes zieht zum 1.September in das Büro- und Geschäftshaus an der Oster/Ecke Baringstraße.
Einzelheiten über das neue Domizil im Neubau der Immobilienfirmen
Omnia GmbH (München) und Instag (Köln) verriet Spielbank-Sprecher
Hayo Göhmann vor Pressevertretern im US-Zocker-Paradies Las Vegas.
"Wir wollten zeigen, wie anders es in amerikanischen Kasinos zugeht",
begründete Göhmann den Info-Trip in die Wüste von Nevada.
Unterschiede von der Kleiderordnung (der Amerikaner spielt, wenn
er mag, auch in Shorts und T-Shirt) bis zum legeren Umgangston.
Göhmann: "In Las Vegas plaudert man ganz ungezwungen mit den Croupiers.
Bei uns ist das streng verpönt, denn das könnte nach einem Tip
aussehen."
In Hannover herrschen auch im neuen Haus (das nach dem prominenten
Mieter Spielbank-Arkaden heißt) die alten strengen Sitten: Nur
im kleinen Spiel (Erdgeschoß) mit seinen 162 Automaten darf in
Freizeitkleidung gezockt werden. Oben, an den 36er-Roulette-,
Black-Jack- und Pokertischen, herrscht traditioneller Krawattenzwang.
Und das Verbot, mit dem Spielmacher zu sprechen.
Zwanzig Jahre nach dem Start des damals privaten Unternehmens
und zwölf Jahre nach dem Lizenzentzug wegen der Finanzpoker von
Ex-Aufsichtsratschef Marian Felsenstein will das Unternehmen in
der City neue Freunde gewinnen.
Über die Höhe der Miete wird dabei nicht gesprochen: Geschäftsgeheimnis.
Investiert werden, soviel durfte Göhmann verraten, drei Millionen
Mark für Technik und Inneneinrichtung. Im Saal der einarmigen
Banditen herrschen kräftige, Farben (Rot, Blau und Gelb) vor.
Eleganz bestimmt das große Spiel: nachtblau marmorierte Teppichböden,
purpurviolett bespannte Roulettetische (Stoffe aus Mikrofasern
statt Filz) und mintgrüne Wandanstriche.
Die landeseigene Spielbank-GmbH betreibt alle Kasinos in Niedersachsen:
außer in Hannover noch die in Bad Pyrmont, Herzberg, Hittfeld,
Bentheim, Zwischenahn, Borkum und Norderney. Anfang 2000 kommt
ein Automatenspiel in Wolfsburg dazu, Ende des Jahres ein Kasino
in Osnabrück. Am 1. April ersetzt in Bad Harzburg ein neues Haus
zwei alte Spielstätten.
mk, HANNOVER/ LAS VEGAS