Von Sebastian Fischer
Die Westdeutsche Lotterie GmbH aus Münster sucht im Internet Zielgruppen
fürs Millionenspiel. Sie ist nicht die Erste.
(Münster) Im Frühsommer nächsten Jahres soll es soweit sein, in
Münster der Startschuss in die Online-Zukunft fallen. "Damit wollen
wir neue Zielgruppen gewinnen", sagte Winfried Wortmann, Geschäftsführer
von West-Lotto. "Wir denken vor allem an junge technisch versierte
Leute, die wir bisher nicht erreichen."
Die Idee ist nicht neu. die fluxx.com aus Hamburg hat es in wenigen
Monaten zum Marktführer für kommerzielle Online-Glücksspiele gebracht.
Rund 45.000 Lottospieler sind nach eigener Aussage Kunden des
virtuellen Lottokiosks Jaxx. Das ganze basiert auf einer einfachen
Rechnung: 13 Millionen Deutsche erlägen jede Woche dem Lottofieber,
zwei Millionen von ihnen hätten einen Internetzugang. Diese Gruppe
soll bedient werden. Andere Lottogesellschaften planen ebenfalls
den Einstieg ins Online-Geschäft.
Auf keinen Fall aber sei das Internet-Lotto "der Anfang vom Ende
unserer Lotto-Annahmestellen, sondern der Start eines neuen Zusammenspiels",
sagte Wortmann. Viele Tipper legten Wert auf den persönlichen
Kontakt in der örtlichen Verkaufsstelle. Außerdem seien besonders
große Umsätze mit der neuen Spielvariante zunächst nicht zu erwarten:
"Eigentlich ist das Projekt Lotto für das Medium Internet nicht
so witzig. Wir wollen dort natürlich nicht nur 49 Zahlenkästchen
aufmalen, sondern viele Spielmöglichkeiten mit hohem Unterhaltungswert
auch ohne finanziellen Einsatz anbieten." Das Internet-Angebot
dürfe nicht monatelang gleich bleiben, sondern müsse sich ständig
wandeln.
In zweistelliger Millionenhöhe will Westlotto investieren. Das
virtuelle Lottospiel müsse vor allem "dokumentensicher" undbetrugsgeschützt"
sein, sagte Wortmann. "Durch den Nachweis einer Bankverbindung
schließen wir auch aus,dass Kinder mitspielen können." Westlotto
werde den anderen Lottogesellschaften anbieten, "sich auf Provisionsbasis
an unserem ausgefeilten System zu beteiligen."