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(ehemals Bundesweiter Arbeitskreis Glücksspielsucht)
Vorstand:
Vorsitzende:
Ilona Füchtenschnieder, Diakonisches Werk Herford e. V.
Stellvertreter:
Dr. Jörg Petry, Ltd. Psychologe, Fachklinik Münchwies, Neunkirchen Saar
Horst Witt, Fachklinik Fredeburg, Bad Fredeburg
Kassenwart:
Frank Gauls, Ev. Gemeindedienst Bielefeld
Schriftführer:
Mirko Frotscher; Advent Wohlfahrtswerk e.V., Chemnitz
weitere Vorstandsmitglieder:
Dr. Thomas Fischer, Chefarzt Klinik Schweriner See, Lübstorf
Prof. Dr. Otto Ernst Krasney, Vizepräsident a. D., Bundessozialgericht Kassel
fags - Fachverband Glücksspielsucht e.V.
Arndtstraße 10
32052 Herford
fon: 05221_10 226 70
fax: 05221_10 226 80
PLATTFORM fags
Der Fachverband Glücksspielsucht e.V. versteht pathologisches Glücksspielen, wie es im DSM-IV (APA 1994) und ICD 10 (WHO 1991) unter "Störungen der Impulskontrolle" eingeordnet ist, als eine substanzungebundene Form der Suchtkrankheit. Wir verwenden deshalb den Begriff Glücksspielsucht statt pathologisches Glücksspielen.
Das DSM-IV definiert pathologisches Glücksspiel als:
Fortdauernd und wiederholt fehlangepaßtes Spielverhalten, indiziert durch fünf (oder mehr) der folgenden Merkmale:
- Häufige Beschäftigung mit dem Glücksspiel (zum Beispiel Beschäftigung
mit früheren Glücksspiel-Erlebnissen, Verhinderung oder Planung
der nächsten Unternehmungen oder Überlegungen, wie Geld für das
Glücksspiel zu beschaffen ist).
- Bedürfnisse zum Glücksspiel mit steigenden Einsätzen, um die gewünschte
Erregung zu erreichen.
- Wiederholte erfolglose Versuche, das Glücksspiel zu kontrollieren,
einzuschränken oder ganz damit aufzuhören.
- Ruhelosigkeit oder Reizbarkeit bei dem Versuch, das Glücksspiel
einzuschränken oder aufzugeben.
- Teilnahme am Glücksspiel, um Problemen zu entfliehen oder dysphorische
Stimmungen abzubauen ( zum Beispiel Gefühle von Hilflosigkeit,
Schuldgefühle, Sorgen und Ängste, Depressionen).
- Wiederholte Geldverluste beim Glücksspiel und Rückkehr am anderen
Tag, um die Verluste wieder wettzumachen (die "Jagd" nach einem
Verlustausgleich).
- Belügen von Familienmitgliedern, Therapeuten oder anderen, um
das Ausmaß der Beteiligung am Glücksspiel zu verheimlichen.
- Begehen illegaler Handlungen wie Urkundenfälschung, Betrug, Diebstahl
oder Unterschlagung, um das Glücksspiel zu finanzieren.
- Gefährdung oder Verlust einer bedeutsamen Beziehung, Arbeitsstelle
oder Ausbildungsmöglichkeit oder einer beruflichen Aufstiegschance
wegen des Glücksspiels.
- Der Verlaß darauf, daß andere Geld zur Verfügung stellen, um eine
durch das Glücksspiel hervorgerufene verzweifelte finanzielle
Situation zu entspannen.
Das Spielverhalten ist nicht auf eine manische Episode zurückzuführen.
(Diagnostisches und Statistisches Manual psychischer Störungen
(DSM IV) Deutsche Bearbeitung und Einführung von Saß, H., Wittchen
H.-U., Zaudig, M. (Hrsg.) Hogrefe Verlag Göttingen 1996)
- Wie alle Suchtkranken beschaffen sich auch glücksspielsüchtige
Menschen um (nahezu) jeden Preis ihr Suchtmittel bzw. das dafür
notwendige Geld. Glücksspielsüchtige sind häufig bereit Straftaten
zu begehen, um wieder spielen -oder ihre existenzgefährdenden
Schulden begleichen -zu können.
- Bei der Glücksspielsucht treten zwar kaum körperliche Folgeerscheinungen
auf; hingegen sind die psychosozialen Schäden, insbesondere im
familiären und Arbeitsbereich oft besonders ausgeprägt, nicht
zuletzt wegen der extremen Verschuldung.
- Die Krankenkassen und die anderen Träger der Sozialversicherung
sollten die Glücksspielsucht als eigenständige Krankheit anerkennen
und die notwendigen therapeutischen Maßnahmen finanzieren.
- Das ambulante und stationäre Angebot an professioneller Beratung
und Therapie für Alkoholiker ist auch für glücksspielsüchtige
Menschen eine wirksame Hilfe.
- Die Abstinenten Selbsthilfegemeinschaften z.B. die Anonymen Spieler,
sind für glücksspielsüchtige Menschen von sehr großer Bedeutung.
- Nach unseren Erfahrungen ist das Spiel an den 30 u. 40-Pfennig-Automaten
in den Spielhallen, genauso Glücksspiel im Sinne des § 284 StGB
wie Roulette, Black Jack oder die Automaten in den Spielbanken.
- Die Verfügbarkeit von Glücksspielen ist in den letzten Jahren
erheblich gestiegen. Gleichzeitig hat die Glücksspielindustrie
mit großem Aufwand versucht die Nachfrage weiter zu erhöhen und
das Suchtproblem zu verharmlosen.
- Archiv und Informationsstelle;
- Kontaktforum für Praktiker und Wissenschaftler;
- Fort- und Weiterbildungsangebote für Berufsgruppen, die mit diesem Problem bereich konfrontiert werden;
- Zusammenarbeit mit Institutionen ähnlicher Zielsetzung
- Anregung von Forschungsvorhaben;
- Veranstaltung und Unterstützung von Fachtagungen
- Beratung von wissenschaftlichen Einrichtungen, staatlichen Institutionen,
Parteien
- Information der Öffentlichkeit;
- Kontakt- und Informationsaustausch mit Selbsthilfegruppen;
- Informations- und Beratungsangebot für betroffene Spieler;
- Interessenvertretung der Klientel (auf Anfrage)
- Interessenvertretung der Teilnehmer an Glücksspielen durch Aufklärung und Beratung über die Gefahren des Glücksspiels
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